phase III
präsentation
ANITA LISCHKA
Das Museumsquartier will hoch hinaus
MQ-Geschäftsführer Waldner und Kunsthallen-Chef Matt sind uneins. Vor kurzem erklärte der Geschäftsführer des Museumsquartiers Wolfgang Waldner die sinkenden Besucherzahlen noch mit dem fehlenden Zeichen nach aussen, jetzt ist er gegen eine Installation die ein Zeichen setzt. Die vom Direktor der Kunsthalle Gerald Matt initiierte Installation von Urbax, einem Heliumballon, soll vorerst den beschränkten Zeitraum von drei Monaten dauern. Matt kann sich aber vorstellen, die Installation auf Dauer ins Museumsquartier aufzunehmen, um so das fehlende Zeichen an die Aussenwelt zu schaffen. Waldner ist dagegen. Der hohe Wartungsaufwand, sowie Heliumpreise von 10 euro/m3 sprechen gegen das Projekt. Die von der Architektin Anita Lischka geplante Installation wurde für kurze Inbetriebnahmen an Grossbaustellen geplant. Für einen Betrieb auf Dauer sind die Heliumkörper nicht ausgelegt. Matt hat den Auftrag bereits vergeben und rechnet nächste Woche mit dem Beginn des Aufbaus. "Urbax ist eine architektonische Intervention mit künstlerisch kritischem Anspruch, die wir unterstützen müssen" verteidigt Matt seinen Kauf. Trotzdem soll der Ballon mit dem Logo des Museumsquartiers geschmückt werden und so vor allem die Präsenz des Kulturkomplexes unterstreichen. Der Streit ist noch nicht beendet und auch die Standortfrage ist noch nicht geklärt. Der von Gerald Matt favorisierte Standort am Eingang in der Breite Gasse findet bei Waldner wenig Zustimmung, er knne sich eher mit einer Platzierung im Hof oder gar vor dem Haus am Museumsplatz anfreunden. PHARSE Die Geschichte um die Eingangssituation in der Breite Gasse ist lang. Bereits letztes Jahr wurde mittels eines geladenen Wettbewerbs eine Lösung für eine temporäre Aussichtsplattform an dieser Stelle gesucht. Das Siegerprojekt von Marie-Therese Harnoncourt und Ernst Fuchs als "the next enterprise" wurde jedoch nie verwirklicht. Stattdessen errichtet der Bauträger Kallco nun einen Büro- und Wohnkomplex. Die Planungen sind in vollem Gange, Baubeginn ist März 2003. Winfried Kallinger von Kallco hat nichts gegen Urbax einzuwenden, er kann sich sogar vorstellen den Ballon zu Werbezwecken zu nutzen.

ANNE WÜBBEN
Skaterstadion am Gaudenzdorfergürtel verschandelt die alte Stadtbahn von Otto-Wagner.
Kann sich Wien noch einen Sporttempel leisten?
Dass der Schandfleck des Gaudenzdorferplatzes weg muss, ist allen klar. Die jetzige Hundewiese, darüber sind sich alle einig, muss verschwinden. An den gewaltigen Ausmassen der geplanten neuen Überbauung stossen sich allerdings die Anrainer. Schliesslich soll ein immens teures Geschäfts- und Sportzentrum entstehen, welches fast den ganzen Platz überbaut und zubetoniert. Das Vorhaben, hier ein Sportzentrum zu etablieren, wird begrüsst, doch muss es so ein grosses Skaterparadies sein? An dieser Stelle könnte ein Schwimmbad entstehen. Stattdessen wird diese letzte Freifläche mit einem Monsterprojekt aus Glas und Stahl zubetoniert. Ausserdem wird eine zusätzliche Verkehrsbelastung befürchtet. Der Verkehrsknotenpunkt am Gaudenzdorfergürtel ist ohnehin schon überstrapaziert. Die Anrainer sagen: "Wir haben so schon genug Lärmbelästigung". Zudem baut das Skater-stadion bis an die alte Stadtbahn von Otto-Wagner am Gaudenzdorfergürtel. Diese Architektur nimmt keinerlei Rücksicht auf die 100 Jahre alte Stadtbahn. Die einzige Freifläche, die es hier gibt, wird verbaut und zubetoniert. Dieses Projekt geht an die Schmerzgrenze. Bürgersprecher Müller kritisiert das Vorhaben als "Brutalarchitektur in der Wiege des Wienflusses". Entsprechend geschlossen ist auch die Ablehnung der Anrainer. Sie wollten eine Umstrukturierung der letzten Freifläche, aber keine Betonspielwiese für ihre Kinder. Bezirksvorsteher Walter sagt zu dem Projekt : "Dort muss etwas geschehen. Doch gegen dieses Vorhaben müssen wir uns wehren." Einige Bewohner der angrenzenden Bezirke sind jedoch begeistert, sie müssen nun nicht mehr zum Skaten zur Donauinsel rausfahren. Auch die Jugend der Umgebung ist erfreut über einen naheliegenden Treffpunkt. lokales@kronenzeitung.at

BETTINA MOOSHAMMER
BEST OF VIENNA
Stundenhotel
Alles schmuddelig, anrüchig und abgefuckt. Es gibt zahlreiche Vorurteile gegenüber Stundenhotels. Das im April 2001 eröffnete Motel "city stop" räumt mit alten Klischees auf. Es bietet kurz- oder längerweilige Erholung von den Anstrengungen der Stadt. Angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Stadtbesucher reicht das Angebot von Entspannungsräumen bis zu mit Internet ausgestatteten Arbeitsräumen. Gut sortierte Automaten jeder Art bieten dem Besucher geistige und körperliche Nahrung, sowie Genuss und Sicherheit. Eine Fusion aus Hotel und privater Wohnung, dessen Besuch sich auf jeden Fall lohnt. Nebenbei ist das Motel im 2. Bezirk an der Donaulände auch noch schick designt (vom Büro Bettina Mooshammer) und bietet Ausblick über den Donaukanal. Statt des Parkplatzsuchens kann die Fahrt mit dem Autolift zu einem Erlebnis werden. Bezahlt wird pro Stunde per Automat mit Bankomat- oder Kundenkarte.

EVA TRIMMEL
Das automatische Wuzerl am Ring
Hinter dem KHM soll ein CD Automat errichtet werden. Wien - "Das geht nicht", sagt die Stadt Wien. "Klar geht das", meint Konstantin Drobil. Nach dem "Substance" - einem Plattenladen in der Westbahnstrasse im 7. Wiener Gemeindebezirk, will Drobil nun am Ring einen CD Automaten einrichten. Der Entwurf dafr stammt von der Architektin Eva Trimmel. Als Bauplatz wurde einer der Abgänge in die Babenberger Passage ausgesucht. Eine Glaswand, hinter der man den CDs beim Verschoben-Werden zusehen kann, würde den unschönen Glaskubus des vorhandenen Abganges verdecken. Darüber soll sich eine Metallkonstruktion befinden, in der man an PC Terminals die gewünschten CDs probehören, bestellen, bezahlen und gleich ausspucken lassen kann. Der Automat soll rund um die Uhr geöffnet haben. "Für mich ist das eine Schnapsidee", meint Rudolf Schicker, Planungsstadtrat für Wien. "Diese Fläche hat eine ganz andere Widmung. Ausserdem harmoniert dieses Automatenwuzerl überhaupt nicht mit den umliegenden historischen Bauten.", äussert er sich in einem Interview. Die Architektin ist dennoch zuversichtlich: "Die Herren werden schon noch draufkommen, dass meine Idee, diese hässlichen Passagenabgänge anders zu nutzen, einfach gut ist." Da ist sie sich "ganz sicher". Auch Drobil lässt sich so schnell nicht abwimmeln. "Ich weiss, dass das klappen kann", ist er überzeugt. Ausserdem dürfe auch Richard Lugner seinen Steg über den Gürtel bauen. Und Drobils Projekt würde der Stadt ebenfalls nichts kosten. Da bleibt nur zu hoffen, dass Bauherr und Architektin nicht den Mut verlieren, denn wenn man sich nach der durchschnittlichen Dauer solcher Verhandlungen richtet, stellt sich die Frage, ob CDs dann noch als Tonträger zeitgemäss sind. Hoffentlich.

GERLINDE GRÖTZMEIER
Noch ein Verantstaltungsort
Lokale gibtes wie Sand am Meer. In Kürze eröffnet am Karlsplatz noch eines: Diesmal können sich junge Musiker freuen,eine Plattform für ihre Künste zu bekommen. Neben Planet-Music, Flex, Szene und Chelsea wird hier ein Lokal zur Bühne! Jeden Freitag und Samstag- Nacht geben sich junge Bands das Mikrofon in die Hand und spielen sich die Musik-Seele aus dem Leib. Die Fange-Gemeinde wächst - das Lokal wächst einfach mit! So einfach! Proberäume sind jeden Nachmittag der Woche geöffnet. Nähere Infos gibts im Internet unter www.lokalamkarlsplatz.at.
IRENE HAHN
Der Apfelstrudel
Zwischenbericht über das drei Wochen alte Running Apfelstrudel
Das neue Running Apfelstrudel im siebzehnten Bezirk hat schon bei der Eröffnung für Furore gesorgt. Seit sich Arnold Schwarzenegger höchstpersönlich von der Qualität des Apfelstrudels überzeugt hat, sorgt das Lokal für Gesprächsstoff und ist täglich ausgebucht. Momentan ist es der In-Treff der Stadt. Und das nicht nur für Wiener, sondern auch für Touristen. Dabei gehen die Meinungen auseinander. Manche waren von vornherein begeistert, anderen wiederum schien es zu sehr an Running-Sushi-Restaurants angelehnt. Fest steht jedenfalls, dass die Konzeption von den Architektinnen Irene Hahn und Johanna Klement voll aufgegangen ist. Dazu trägt sicher die Innenraumgestaltung bei, doch vor allem sind es die österreichischen Spezialitäten am laufenden Band, die inzwischen hinlänglich überzeugen. Gekonnt werden kleine Portionen vom Surbraten bis zum Kaiserschmarren auf zwei Förderbänder zu den Sitzebenen serviert. Der Streifzug durch die österreichische Küche ist wirklich gelungen und man findet alles, was das Herz begehrt. Und das in einem Ambiente, welches man in Wien so noch nie erlebt hat. Der flaumige Apfelstrudel rollt gleich am Tisch vorbei und das so lange und so oft bis man nach so einer Orgie nicht mehr papp sagen kann.

JOHANNA KLEMENT
WIENER MELANGE
KUNST In der Wiener Opernpassage bietet die Fotokünstlerin Johanna Klement einen Blick hinaus über die touristischen Grenzen Wiens.
Die märchenhafte Welt des Wiener ersten Bezirks auf der einen Seite, Eindrücke aus Randgebieten und Vororten der Stadt auf der anderen. Durchwandert man den sechsundzwanzig Meter langen, zu beiden Seiten von Plakatwänden flankierten Gang, so gibt man sich einer wahren Flut von unterschiedlichen Eindrücken Wiens hin. Die gebürtige Linzerin Johanna Klement, die sich im Laufe ihres Architekturstudiums immer mehr der Fotografie zuwandte, thematisierte Menschen in ihren Umfeldern bereits in einigen Ausstelungen und Galerien. Nur Architektur zu fotografieren war ihr niemals so wichtig wie Menschen selbst vordergründig mit ihren Bildern darzustellen. "Ein gutes Foto muss eine Geschichte erzählen können", erklärt die junge Künstlerin ihre Herangehensweise. Bei der derzeitigen Installation in der Wiener Opernpassage konfrontiert sie den Betrachter mit Kontrasten und wirft Fragen auf. Klement zeigt mit ihren kontinuierlich aneinandergereihten, sehr grossformatigen Bildern den Gegensatz zwischen "touristischer Scheinwelt und proletarischer Umwelt" auf. Auf der einen Seite des Ganges Cafehaus, Fiaker und Mozartkugel; gegenüberliegend Bilder vom Stammtisch, Greislerladen und Gebrauchtwagen. Angesprochen wird dabei ein breites Publikum; denn jeder, der durch die Opernpassage geht, hat die Wahl zwischen dem Weg innerhalb der Fotowände oder dem daneben vorbeiführenden. Klements Bilder selbst beinhalten eine feine Ironie und eine subtile Kritik. Sie sprechen in schrillen Farben und setzen sich aus mehreren Ebenen zusammen. Mit ihren Fotografien will sie niemanden schockieren, sondern vielmehr zunächst erheitern um so einen Zugang zu ihren persönlichen Betrachtungsweisen des Umfelds zu verschaffen. Das Projekt in der äusserst stark frequentierten Opernpassage sorgt natürlich für zahlreiche Kontroversen. Es sei provokant, eine der prominentesten Wiener Unterführungen als Galerie zu missbrauchen und das Erscheinungsbild Wiens mit diesen Fotos so zu verklären, so kritische Stimmen. Es sei gerade die Welt von Mozart, Cafehaus und Kaiserzeitflair, die den Touristen Nach Wien locke. "Ich will mit dieser Arbeit an sehr viele unterschiedliche Menschen herantreten", rechtfertigt Klement ihre Standortwahl, "nicht nur Touristen werden interessiert sein an diesen gegensätzlichen Seiten Wiens. Die Menschen sollen einen für mich ganz wesentlichen Aspekt Wiens Hinterfragen". Wie dieses breite Publikum auf die Fotografien reagieren wird, wird sich demnächst herausstellen. Gut möglich, dass sich so mancher Passant der Opernpassage dann die eine oder andere Geschichte erzählen lässt. Patricia Grzonka

JULIA DÜRLER
EIN TRAUMSTRAND FÜR DEN KARLSPLATZ
Der Standort des geplanten "Visual Dream Covers" steht im Kreuzfeuer der Kritik. Im Zuge dieser löst es eine erneute Diskussionen über die Umgestaltung des Karlsplatzes aus. Anrainer sprechen sich gegen den Projektstandort vor der Karlskirche aus, sind aber für einen anderen Standort am umgestalteten Karlsplatz. Schon wieder schürt ein Wiener Architektenprojekt die Emotionen der Bürger. Die Rede ist vom geplanten "Visual Dream Cover" der Wiener Architektin Julia Dürler. Die wilde Glasstahlkonstruktion soll den Passanten an den Stress und die Hektik des Alltags erinnern. Betritt man das Gebilde ist man überrascht über den künstlich geschaffenen Ruhepol voll Harmonie und Entspannung. An ausgewählten Stellen werden Bilder von menschlichen Träumen wie zum Beispiel Bilder eines Südseestrandes oder wogende Wellen an die Wand projiziert und mit passenden Geräuschen und Düften unterlegt. Die Architektin versucht mit diesem Kunststreich den Besucher den Rest der Welt vergessen zu lassen. Eine schöne Idee, wäre da nicht die Wahl des Standortes. Dieser ist nämlich der ovale Teich vor der Karlskirche. In diesem architektonischen Bindeglied zwischen der barocken Karlskirche und dem modernen Resselpark spiegelt sich die Karlskirche wieder und ausserdem ist er inzwischen Tummelplatz zahlreicher Wasservögel geworden. "Man würde ihnen den Lebensraum wegnehmen" meinte eine Anrainerin. Ein weiteres Problem stellt die versperrte Sicht auf die Karlskirche dar. Vom Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach geplant und zwischen 1716 und 1739 erbaut, stand die Karlskirche anfangs allein auf weiter Flur. Man stellte sich damals noch eine Achse zwischen der Barockkirche und der Hofburg vor. "Was werden sich dann die vielen Touristen denken, die die Karlskirche besuchen" meinen so manche Anrainer. Andererseits erregt der Schandfleck Karlsplatz schon seit längerem die Gemüter. Der von stark frequentierten Verkehrsadern zerschnittene Platz stellt seit geraumer Zeit ein Problem für die Wiener Stadtplanung dar. Die Plattform Karlsplatz, einen Initiative von Anrainerlinnen und StadtplanerInnen zur Umgestaltung des Platzes, wurde vorerst einmal auf Eis gelegt. Mit Unterstützungserklärungen und diversen anderen Aktionen versuchten die Anrainer ihr Projekt voran zu treiben scheiterten aber an der Wiener Stadtverwaltung. Ein engagierter Anrainer meinte zu uns "Rein wegen den Touristen würde ich das Visual Dream Cover nicht vor die Karlskirche stellen. Dennoch finde ich die Idee sehr gut. Wir alle könnten so eine Traumlandschaft manchmal brauchen." Als seine Frau zu Wort kam wurden die Emotionen erneut geschürt. "Warum also nicht endlich den Karlsplatz umgestalten und auf den neu entstandenen Flächen einen neuen Platz für das Traumprojekt suchen" sprudelte es aus ihr heraus. Die Redaktion der Kronenzeitung kann diese Idee nur befürworten. Immerhin sollen die Träume der BürgerInnen ja nicht nur Schäume bleiben. Unterstützungserklärungen finden sie auf unserer Internetseite www.krone.at. von Julia Dürler

MARION MARSALEK
Wien - Wie viele Provisorien in Wien, soll nun auch die Kunsthalle am Karlsplatz erhalten bleiben. Nachdem die Wiener Linien aus finanziellen Gründen strikt gegen den Vorschlag eines verkehrs-und strassenbahnfreien, einheitlichen Platzes von der Karlskirche bis zur Rechten Wienzeile waren, da die eine Umlegung des Schienensystems der Strassenbahnlinien 62, 65 und der Badner Bahn bedeutet hätte, soll die Strucktur des Karlsplatzes nun doch beibehalten werden. Die ursprünglich provisorische Kunsthalle soll nun zu einer fixen Einrichtung für Video-animationen werden und ein neues Gesicht bekommen. Während es laut E.Gehrer "nie genug Platz für Kunst" geben kann, stimmt es Stoischitz von den Grünen doch nachdenklich, dass es "in Wien zwar genug Geld für solche Projekte gibt, Polizeiwachzimmer zwecks Budget-Sanierung jedoch geschlossen werden". Auch das neue Aussehen, das die Gewinnerin des von der Stadt Wien ausgeschriebenen Wettbewerbs der Kunsthalle samt deren Freiraum geben will, stösst bei Stoischitz auf Missmut. So meint Stoischitz:"führt der blaue Platz bei den Autofahrern zu Verwirrung, was zu einem zusätzlichen Unfallrisiko führt" und "vernichtet das schöne Stadtbild, das die Karlskirche und die Sezession bietet." Ausserdem gäbe es ihrer Meinung nach schon genug versiegelte Flächen in Wien und man müsse "nicht noch zusätzlich Flächen, die noch Spuren von Vegetation aufweisen, abroden." Weiters verdecke der 15m hohe Glaszylinder die Sezession und stelle eine potentielle Todesfalle für Vögel dar. Dem gegenüber steht Kabas von der Freiheitlichen Partei, der dem neuen, blauen Platz nichts Negatives abgewinnen kann. "Die Sträucher, die entnommen werden sollen, stellen schon seit Langem eine Gefahr für unsere Kinder dar, da die Drogenabhängigen gerne ihre Spritzen dort hinschmeissen und Ratten sich dort auch wohlfühlen", argumentiert Kabas. Durch deren Beseitigung wäre den Autofahrern eine freie Sicht gegeben und vorausschauendes Fahren möglich, was zu einem Sinken des Unfallrisikos führe. Hinzu komme, dass die blaue Farbe des Platzes auf die Verkehrsteilnehmer beruhigend wirke, was ein aggressives Fahrverhalten vorbeuge. Den geteilten Meinungen zu Trotz soll der Bau der neuen Kunsthalle im März beginnen, wonach noch genug Zeit bleibt um sich zu einigen, ob der Platz nun einen blauen, roten oder gelben Belag bekommen soll. Diese Komplementärfarben soll der Platz nämlich als Symbol für Kunst erhalten; aber wer weiss, vielleicht zählt bis zum Baubeginn auch grün oder schwarz zu den elementaren Farben und kann die neue Kunsthalle farbgebend unterstützen. (frei)

UTE SCHREMMER
"Tivoli - neu" eingeweiht
Stimmungsschwankungen bei der Eröffnungsfeier des neuen Tivoli Stadions.
Landeshauptmann Wendelin Weingartner (VP) spricht von einem Quantensprung für das Sportland Tirol, er sieht das Stadion als neues Wahrzeichen für Innsbruck, als "traditionelles Sportzentrum der Alpen". Traditionell war auch die Eröffnung des EM - Stadions Tivoli neu. Neben der durch hochmoderne Technik inszenierten Darstellung von zukünftigen sportlichen Höhenflügen waren auch 670 Trachtenträger zur Stelle um die Stimmung anzuheizen. Dennoch ließen sich die rund 17.000 Besucher, aufgrund der katastrophalen finanziellen Lage und dem drohenden Abstieg des Tiroler Fußballvereins in die Regionalliga, nicht von der 100.000 Euro teuren Veranstaltung mitreißen. Auch wenn der Abstieg des Meisters Tirol Milch nicht förderlich für den österreichischen Fußball ist, so hat das neue Stadion dennoch eine Daseinsberechtigung.
Neben dem Fußballfeld mit 20.000 überdachten Sitzplätzen entstand eine Leichtathletikanlage, Beachvolleyballfelder, eine Sportkletteranlage und ein großes Fitnesscenter. Die Lage am südlichen Stadtrand von Innsbruck ,Tiefgarage und die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz machen das neue Tivolistadion zu einem Treffpunkt, den jedermann günstig erreichen kann. Auch die großzügige Plattform, die Eingangsbereich rund um den ellipsoiden Baukörper bildet, dient als Entertainmentzone und stellt eine weitere Attraktion für die Besucher dar. Allein in die Sportarena wurden 25 Mio. Euro investiert, integrierte Büro- und Geschäftsflächen kosteten weitere 10 Mio. Euro. Die Planung oblag der Architektin Ute Schremmer (Wien), Generalunternehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen Rhomberg (Bregenz) und Wund ( Friedrichshafen). Das Finish der Veranstaltung sollte ein Fußball-Feuerwerk zwischen Tirol und Rapid sein, die Fans wurden aber mit einer Doppelnull abgespeist. Die sportlichen Leistungen ließen zu wünschen übrig, einziger Lichtblick am Innsbrucker Sporthimmel blieb das von der Stadt gesponserte Feuerwerk zum Abschluß der Feierlichkeiten.

PETER PETROV
Von Michael Mayer
Hoch über die Dächer Wiens wird der neue Ariel Tower am Westbahnhof hinausragen. Mit dieser Entscheidung, die Mitt-wochvormittag im Ares Tower vor der UNO-City getroffen wurde, ist ein weiteres Kapitel in Wiens Hochhausprojekt aufge-schlagen worden. Stararchitekt Hans Hollein, Planungsstadtrad Rudolf Schicker und WED-Vorstand Thomas Jakoubek präsentierten das nächste Wolkenkratzer-Projekt am Europaplatz. Die Hoch-karätige Jury entschied sich für die Pläne des in Wien absolvierte bulgarischen Architekten Petar Petrov und des Holländischen Architekten-Teams MVRDV. Die prägnante Form des Turms sollte als Orientierung dienen. Die Projekte der beiden Ausrichter passen auch am besten in das städtebauliche Konzept der "Bundes-hauptstadt", argumentierte Stadtrat Schicker die Wahl. Zur Verbauung stehen 10.000 Quadratmeter. Das Hochhaus soll mit seiner Höhe als Blickbeziehung und Orientierungsmerkmal von Westbahnhof dienen. Thomas Jakoubek, Direktor der Wiener Entwicklungs-gesellschaft für den Ru-dolfsheimfünfhausraum, konnte sich bei der Höhe noch nicht ganz festlegen: "120 bis 130 Meter. Es wird jedenfalls das höchste Bauwerk in diesem Gebiet." Knapp 290 Millionen Euro sind seitens der WER projektiert. 71 Prozent der Fläche werden Büros. Gefolgt von Ausstellungen und Shopping mit 15 Prozent. 12 Prozent der zu errichteten Nutzflächen sind für Gastronomiebereiche vorgesehen. Warum die WER weitere Büroflächen errichtet, erklärt Direktor Thomas Jakoubek: "Alle in den letzten Jahren errichteten Büros sind vermietet und die Nachfrage ist stärker denn je." Für Architekt Hans Hollein ist der Bau eine weitere Etappe in der Erfolgsgeschichte des Wiener Hochhausprojekts: "Dieses Projekt hebt einen Schwerpunkt in der Metropole hervor und ergänzt das Areal mit neuen Strukturen." Welche wirtschaftliche Dimensionen das neue Hochhaus haben wird zeigt die Statistik: Der Glaspalast wird 300 Leuten Arbeitsplätze bieten. >MEHR IM INTERNET www.viennadc.at
MARKUS ZEBER
Neue Kinderbäder
In Ottakring wurde am ersten Mai das revitalisierte Kinderfreibad "Hofferplatz" wieder erffnet. Es stellt den ersten Schritt der Stadt Wien da, um die Kinderfreibäder zu retten. Da die aus der Zwischenkriegszeit stammenden Bäder nicht mehr den heutigen Ansprüchen unserer Jugend sowie den hygienischen Auflagen stand halten ist diese EU weit einzigartige Einrichtung vom "Aus" bedroht. Wir verdanken diese Rettung der Initiative der Ottakringer Gebietsbetreuung, die durch einen Ideenwettbewerb den entscheidenden Impuls zur Rettung des Bades auslöste. Das neu gebaute Freibad wurde vom arch_Büro "Blumenweg" geplant und bietet mit einem neuen Nutzungskonzept auch ausserhalb der Badezeiten Möglichkeiten, den kostbaren Freiraum in der Stadt zu nutzen, wie etwa durch ein mitgeplantes Lokal. Es bleibt nur noch zu hoffen, dass auch den anderen 10 Kinderfreibädern ein gleiches Schicksal wiederfährt und so ein Stück "Urwien" den Familien erhalten bleibt.
