phase I >mein projekt<
URBAX
Anita Lischka

urbax setzt sich aus den worten URBANE und RELAX zusammen. urbax stellt eine auftankstation für gestresste stadtbewohner dar, die zum träumen und entspannen einlädt, gleichzeitig aber auch ein statement abgibt. ein heliumballon mit der aufschrift „that´s architecture ?!“ schwebt über einer grossbaustelle an der neue architektur entsteht. ist urbax schon architektur? ist das was hier entsteht architektur? assoziationen zum thema architektur entstehen. jeder setzt den begriff für sich selbst fest und sieht „gebautes“ unter einem anderen aspekt. diese vielzahl von subjektiven sichtweisen wird hier genauso thematisiert wie die intention der unbegrenzten möglichkeiten der phantasie.
„einsteigen bitte!“ über ein einfaches baustellengerüst gelangen die nutzer ins innere des ballons. urbax ist kein heliumballon im eigentlichen sinn. man sitzt nicht in einem korb unter dem ballon, sondern befindet sich mittendrin und auf der helium-gefüllten struktur. nur durch seile und ein netz gehalten, ist die struktur bis zu einem gewissen grad beweglich. befindet man sich im inneren von urbax ist man umgeben von den mit helium gefüllten kugeln, die von innen beleuchtet eine geschlossene masse ergeben. das netz, welches die einzelnen kugeln zusätzlich zusammenhält besteht aus einem lumineszierendem stoff der in der nacht leuchtet und so noch mehr aufmerksamkeit auf sich zieht. der blick wird nach oben freigegeben in den himmel. befindet man sich im inneren von urbax kann man mittels fernbedienung die verankerung mit dem boden lösen und schwebt bis zu 30 meter in die höhe. das einzige seil mit dem man nun mit dem boden verbunden ist, ist elastisch und federt den ballon wieder ein stück zurück wenn die gewünschte höhe erreicht ist. ein sanftes schaukeln setzt ein und die entspannung kann beginnen!!
urbax ist eine nutzbare installation, einprägsam, weithin sichtbar. sie dient in erster linie der erholung der nutzer. zusätzlich wirft sie die frage auf, was architektur bedeutet. kann eine installation wie urbax bereits als architektur bezeichnet werden, weil sie einen raum bildet, der genutzt werden kann? ab welchem zeitpunkt der entstehung eines gebäudes spricht man von archtektur? ist das ausheben der baugrube schon die bildung eines raumes und somit architektur? aber auch die frage nach „guter architektur“ soll hier aufgeworfen werden. ist es nicht wichtig durch architektur erlebnisse hervorzurufen – ein „aha-erlebnis“? wie wird das entstehende gebäude von passanten beurteilt?
idee
die idee zu urbax entstand aus der motivation heraus eine fliegende bzw. schwebende struktur zu entwickeln, die sich in ihrer form ständig ändert und wie organisch über der stadt schwebt. sie sollte eine möglichkeit bieten sich aus dem alltag auszuklinken und zu träumen – seine gedanken schweifen zu lassen. aus der notwendigkeit der technischen machbarkeit heraus mussten einschränkungen bezüglich der veränderbarkeit in kauf genommen werden. trotzdem bleibt urbax ein unvergleichliches erlebnis.
allgemeine daten:
öffentlichkeit: allgemein zugänglich auf einer grossbaustelle oder einem öffentlichen platz.
innen / außen: es gibt keinen richtigen innenraum. äußeres erscheinungsbild ist ausschlaggebend. gestalt verändert sich leicht je nach wind, höhe.
besitzverhältnisse: von der stadt wien unentgeltlich zur verfügung gestellt, eventuell von firmen gesponsort.
ort: wien auf einem öffentlichen platz oder auf einer baustelle.
wann? zu jeder zeit nutzbar; als erholung. bei schlechtwetter, starkem wind nicht in betrieb.
geschwindigkeit: langsames auf und ab – schweben; keine fortbewegung, sondern ortsgebunden.
präsenz: je nach höhe des objektes von verschieden vielen personen aus der umgebung wahrnehmbar.
am boden - nur von unmittelbar davor stehenden personen wahrnehmbar.
in der luft - bis in größere entfernung sichtbar.
technische daten
es werden 220 m3 helium – das entspricht einer tragkraft von 220 kg - eingefüllt
348 m2 neopren beschichteter ballonstoff und
314 m2 lumineszierendes netz mit je 80 g/ m2
haben ein gewicht von 53 kg. somit ergibt sich eine tragkraft von max. 160 kg.
seile, ein gegengewicht mit seilwinde und dem elastischen halteseilt
sowie 6 verankerungen zum sichern am boden und ein baustellengerüst für den einstieg sind ausserdem von nöten.
sechs kugeln mit einem durchmesser von 4,0 metern sind symmetrisch um ein dreieckiges kugelsegment – dem liegeballon - angeordnet. sie sind jeweils an den ecken und in der mitte der segmentseiten mit laschen und seilen montiert. die kugeln werden von einem netz zusammengehalten, welches ebenfalls mit dem liegeballon verbunden ist. eingestiegen wird von oben über eine der kugeln mit einer strickleiter. der liegeballon hat in der mitte eine vertiefung in die sich die nutzer legen und den blick in den himmel geniessen können.
die kugeln rund um den liegeballon sind mit einfachen lampen von innen beleuchtet. das nötige kabel wird von unten in den ballon geführt. da helium leichter als luft ist und immer aufsteigt kann der verschluss am unteren ende durch einfaches verschnüren mit einem seil erfolgen. alle nähte werden durch klebeschweissen heliumdicht verschlossen.
urbax kann max. 2 personen bzw. 160 kg 30 meter hoch tragen und benötigt am boden eine fläche von 233 m2 . urbax kann in verschiedenen farben gefertigt werden und wird für eine beschränkte zeit an verschiedenen orten in wien bei grossen baustellen aufgestellt.
SKATERSTADION am Gaudenzdorfer Gürtel
Anne Wübben

Standort:
Ort zwischen den Bezirken
Rudolfsheim Fünfhaus - starke jugendliche Bevölkerung
Mariahilf - Geschäftsviertel
Margareten
Meidling
Schnittstelle zweier großer Verkehrsadern:
die Wienzeile entlang des Wienflusses und
der Gürtel zwischen inneren + äußeren Bezirken
Anbindung mit den U-Bahnen U4 ,U6 und Straßenbahnen
Von der U-Bahn Haltestelle aus erreicht man die Ebene über eine Laufbahn.
Der Bewegungsfluss endet auf einer Ebene, welche ein Plateau über dem Gaudenzdorfergürtel bildet. Von hier aus hat man Aussicht durch das Wiental.
Das darunterliegende Straßenniveau ist durch Risse einsichtig
Projekt:
Das Stadion an sich befindet sich auf dem Dach des Projektes. Dieses Dach ist begehbar und mit Skates, sowie mit Fahrrädern befahrbar. Es bildet ein abgehobenes Plateau über dem Gaudenzdorfergürtel - eine Spielfläche.
Diese Fläche auf der Ebene ist zum einen durch Dellen, Halfpipes und Rampen strukturiert, zum anderen durch das Stadion , welches für ca. 500 Zuschauer konzipiert ist. Der abgehobene Zuschauerring des Stadions markiert zunächst nur einen Ort auf dem Plateau; man kann sich drunterdurch und wieder aus der Markierung herausbewegen. Nur im Falle eines Events / bei einer Veranstaltung wird der Ring durch fahrbare Tribünen geschlossen.
Dadurch wird die Konzentration auf das Spiel/ die Performance hergestellt.
Innerhalb der Ebene , unterhalb dem Dach befinden sich Funktionen, welche in unterschiedlichem Grad dem Stadion zugeordnet und mit Ihm durch die vertikalen Aufzugstürme verbunden sind:
Parkplätze:~700
700 * 25 m² = 17500 m²
Lebensmittel 2000 m²
Saturn 1200 m²
Intersport 1500 m²
Restaurant, Bar, McDonald 800 m²
Massage, Fitness, Ärzte 1500 m²
Trainingsraum 650 m²
Umkleideraum 50 m²
Verwaltung 100 m²
Security +Sanitäter 20 m²
Lager + Geräte 100 m²
Energie + Technik 400 m²
Schulung + Vortrag 100 m²
Trafik 50 m²
Tankstelle
Verleih von Skates
Gesamt 10470 m²
Skating:
Skating ist für mich ein Sport der in starkem Zusammenhang mit Stadt und städtischer Fortbewegung steht. Viele Skater benutzen z.B. Stadtmöbel als Geräte, wie Stufen und Handläufe für ihre Übungen. Man kann sich mit ihnen schnell durch die Stadt bewegen und auch mal in der Mittagspause oder nach dem Arbeiten zum Skaten gehen, sobald die Straßen es zulassen.
Daher platzierte ich das Stadion am Gaudenzdorfergürtel, in der Nähe vom Geschäftsviertel Mariahilf und im Einzugsgebiet von Jugendlichen an einem Umsteigebahnhof. Hier gelangt man direkt von der U-Bahn Haltestelle auf das Plateau, wo man sich ungehindert bewegen kann.
Die Größe des Platzes bezieht sich auch auf die Fortbewegung per Skates oder Fahrrad. Als Fußgänger mögen diese Weglängen ermüdend und langweilig sein, es empfiehlt sich in diesem Falle durch die Platte durch zu gehen, wo man an Geschäften vorbeiläuft. Für Skater sind die Ausdehnungen der Platte noch sehr überschaubar, jedoch weit genug, um sich frei zu bewegen.
CITY STOP - another kind of motel
Bettina Mooshammer

Die Idee des Konzeptes ist es Bewohnern und Besuchern ein Möglichkeit zu bieten, sich vom Stadtgeschehen kurzfristig zurückziehen zu können, und gleichzeitig die Eigenschaften der Stadt, wie räumliche Dichte, Vielfältigkeit, Diskrepanz zwischen räumlicher Nähe und persönlicher Distanz, rasch wechselnder visueller und auditiver Reize, Konfrontation von Fremden, Flüchtigkeit, Geschwindigkeit, Anonymität intensiv zu erleben. Die Stadt kann für den jeweiligen Besucher ganz unterschiedliche Bedeutungen haben, wie Stress, Entspannung, Arbeit, Erholung, Ort intensiver Kontakte, Konfrontation, Einsamkeit, Harmonie, Einschränkung, Bereicherung, Freiheit, Enge usw. Auf jeden Fall ein Ort in dem jeder durch die Vielfältigkeit und Vielschichtigkeit zum Regisseur der eigenen Lebensorganisation wird. "City Stop" soll diese Vielfalt ergänzen, bereichern bzw. weiterführen.
Es entwickelt sich zu einer anderen Art von Stadtevent, so wie z.B. die Entspannungsräume in Japan, im Gegensatz zu den bisherigen Eventräumen die eher auf Steigerung von Reizen beruhen, wie z.B. Spielecenter. City stop bildet neben dem Auto, dem einzig tatsächlich privaten Raum in der Öffentlichkeit eine Möglichkeit sich für eine gewisse Zeit aus dem Geschehen der Stadt zurückzuziehen.
Der Raum kann je nach den unterschiedlichen Bedürfnissen verschieden genützt werden. Die Wohneinheiten beschränken sich nicht auf die Funktion eines Stundenhotel. Vielmehr sollen unterschiedlichen Formen von Rückzug möglich sein. Nach diesem Prinzip sind auch die einzelnen Wohneinheiten ausgestattet. Um schnell auf Veränderung der Bedürfnisse und Nachfragen reagieren zu können sind die Ausstattungselemente der Räume sehr flexibel und temporär. Die unterschiedlichen Einheiten bieten ein Angebot von dem herkömmlichen Hotelzimmer bis über Zimmer mit Computernetzwerken. City Stop will die Vielfalt der Stadt und ihrer Lebensformen unterstützen und erlebbar mache.
Das Motel liegt an der Lände im 2.Bezirk direkt gegenüber von der Innenstadt und ist mit dem Auto von allen Bezirken aus sehr gut erreichbar, genauso wie für ankommende Autofahrer von der Südautobahn, Ostautobahn und der Südosttangente.
Durch die Mitnahme des Autos kann man direkt vom Auto aus in den Raum übertreten ohne in das öffentliche Geschehen der Stadt hinaustreten zu müssen. Dadurch erübrigt sich aus das Problem des Parkplatz Suchens.
Durch die ständige Veränderung von Autoanzahl, Automarke sowie Farbe des Autos wird die Fassade zu einem lebhaften Bild der ansonsten sehr starren Fassadenlandschaft. Verstärkt wird diese Lebendigkeit noch über die Fenstergestaltung der Wohnräume. Ein Wandelement ist in 4 horizontale Scheiben unterteilt. Die beiden unteren und die oberste Scheibe sind aus Milchglas und lassen das Licht von Innen nach Aussen leicht durchscheinen.
Der Besucher gelangt über einen Autolift oder Personenlift zu den einzelnen Zimmern. Der Autolift wird längs der Fassade über ein Seilsystem und in der Höhe über Hydraulikstangen bewegt. Die Verrieglungen der Garagenplätze werden automatisch nach der Einfahrt des Autos geschlossen bzw. wieder geöffnet, wenn der Lift vor der Garage hält. Die Laufschienen sind in der Wand versenkt und von aussen nicht sichtbar und erwecken den Eindruck, dass die Stangen in der Luft schweben.
Das Einchecken und die Bezahlung erfolgt über einen Automaten, der sich im Inneren des Autoliftes befindet. Der Besucher erhält eine Chipkarte mit der er die Tür zur Wohneinheit öffnen kann. Die Bezahlung erfolgt dann beim Auschecken wiederum über den Automaten im Lift. Verrechnet wird so wie es auch in den üblichen Parkgaragen der Fall ist, die genaue Zeitdauer die der Kunde im Motel verbracht hat, wobei es einen Mindestbetrag von einer Stunde gibt.
Die Fluchtwege werden über Laubengänge und einem Stiegenhaus an der Ostfassade sichergestellt. Die Konstruktion der Stiege besteht aus zwei Stahlpfeilern an denen die Stiegenläufe und die Podeste aufgehängt sind. Die Konstruktion der Stiege ist von der Glasfront getrennt und dominiert trotz der Sichtbarkeit die Gesamtfassade.
Die Wände und Decken sind aus Stahlbeton, und stellen so eine Art "Setzkasten" dar, in dem Besucher und Auto für eine gewisse Zeit Platz nehmen. Die Wohneinheiten sind mit besonderen Schallschutzmassnahmen ausgestattet um einerseits der Nutzungsvielfalt keine Grenzen setzen zu müssen und anderseits aber auch das Ruhebedürfnis anderer zu gewährleisten.
Durch die "Löcher in der Fassade" bei den Garagenplätze vermittelt das Gebäude insgesamt eine gewisse Leichtigkeit und erlaubt Durchblicke auf die dahinterliegenden Gebäude.
24 hrs CD Store
Eva Trimmel

Die Vision:
Parasiten befallen den Organismus Stadt. Sie lassen sich auf bestehenden Strukturen nieder. Sie nützen
die Gebäude der Stadt, um sich selbst und ihre BenutzerInnen zu versorgen.
Die Transformation beginnt. Durch Einstülpungen der Haut entstehen neue Räume, die verschiedene
Funktionen aufnehmen können. Hier setzt auch die Umwandlung der parasitären Beziehung in eine
Symbiose ein - der Parasit wird plötzlich für die Stadt nutzbar.
Die Ausgangsposition:
In Städten wird Baugrund immer teurer, vor allem, je näher sich die zu bebauende Fläche zum Zentrum
der Stadt befindet. Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems wäre es, ungenutzte Flächen ausfindig zu
machen, wo auch immer sie sich befinden mögen. Ginge man davon aus, dass auch bereits bestehende
Gebäude einer Stadt als Baugrund dienen können, wäre ausreichend Baugrund vorhanden.
Damit gebaute Strukturen an solchen Orten funktionieren können, müssen sie sich entweder der
vorhandenen Ressourcen (Wasser, Strom, Gas, Kanal) bedienen, oder selbsttätig Energie produzieren.
Standort:
In meiner Arbeit habe ich die Unterführungs- beziehungsweise U-Bahn - Abgänge an der Wiener
Ringstrasse als Baugrund ausgesucht. In diesem speziellen Fall befindet sich ein Parasit auf der
gläsernen Überdachung eines Abgangs in die Babenberger Passage. Nach der oben beschriebenen
Transformation nistet sich ein CD Laden ein.
24 hrs CD Store:
Angepasst an die Bedürfnisse einer KonsumentInnengeneration, die über neue Technologien wie zum
Beispiel das Internet oder Teleshopping alles zu jeder Tages- und Nachtzeit kaufen kann, funktioniert
dieser CD Laden wie ein Automat. Er hat rund um die Uhr geöffnet. Anders als in einem herkömmlichen
CD Geschäft erfolgt hier die Auswahl, das Anhören und das Befüllen des Einkaufswagens virtuell über PC
Terminals. Bezahlt wird mit Kredit - oder Bankomatkarte. Anders als im beim Internet Shopping kann man
aber hier die gekaufte Ware gleich mitnehmen.
Der CD Laden dient als Schnittstelle zwischen der virtuellen und der realen Einkaufswelt. Unabhängig von
Ladenöffnungszeiten und Personalverfügbarkeit ist hier die ständige Verfügbarkeit gewährleistet.
Der CD Laden, der zu Beginn wie ein Fremdkörper wirkt, gliedert sich in die vorhandene Struktur der
Stadt ein und wird schließlich von ihr und ihren BewohnerInnen eingenommen.
Konstruktion:
Die Glaswand, die gleichzeitig auch mit zur Tragstruktur gehört, dient gleichermaßen als Schaufenster
und als Lager. Die CDs werden nach der Bestellung über PC Terminal in die Blackbox zu den
verschiedenen Ausgabestationen geliefert. Der Transport der CDs wird durch die Glasscheiben auch von
außen sichtbar und ergibt so ein langsam wechselndes Fassadenbild. Während die eigentliche
Verkaufsfläche eine nur künstlich belichtete Blackbox ist, wird das "Schaufenster" zum wichtigsten
Gestaltungselement.
Der obere Teil des Ladens, die Black Box, die sich über dem Passagenabgang befindet, ebenso wie der
Stiegenaufgang besteht aus einem Stahlskelett - überzogen mit einer Aluminiumhaut. Um eine völlig
glatte Oberfläche zu erzeugen, werden die einzelnen Platten miteinander verschweißt. Spannungen, die
durch Temperaturänderungen auftreten können, werden mittels Halterungen, die mit Langlöchern
versehen sind, abgefangen. Die Oberfläche ist zusätzlich poliert, um mittels Spiegelungen der Stadt und
ihren BewohnerInnen ein Bild ihrer selbst zurückzuwerfen und neue, virtuelle Räume entstehen zu lassen.
Wie oben beschrieben, funktionieren parasitäre Strukturen nur dann, wenn sie sich der gegebenen
Ressourcen bedienen, oder eigenständig Energie produzieren. Deshalb befinden sich auf dem Dach
zusätzlich Photovoltaikpanele, die zur Energiegewinnung dienen.
MOVING BUILDINGS
Gerlinde Grötzmeier

das thema der übung war "bewegliche architektur". da architektur grösstenteils eine hülle zum schutz für
den menschen sein soll, bin ich von dessen bewegung ausgegangen. die ersten bilder die ich vor mir gesehen
hatte waren menschen, die sich in dieser hülle bewegen und diese hülle dazu veranlassen, sich anzupassen,
die form war mir allerdings noch lange nicht klar.
ausgehend von diesen bildern im kopf, die ich in büchern und filmen schon hundertmal gesehen hatte, wo menschen
sich in einer membran befinden, sei es experimentaltanz oder ähnliches, und die bewegungen und auch die gestalt
von aussen abstrahiert wurden, wollte ich ein gebäude entwerfen, das ähnliches kann. es fiel mir sehr schwer,
genau auszudrücken, was ich damit wollte und welche bilder ich meinte.
viele versuche, eine form für diese architektonische hülle zu finden, schlugen fehl. erst im dialog mit
studienkollegen und auch nicht-architekturstudenten brachten mich langsam auf den richtigen oder zumindest
einen weg, mit dem ich zufrieden war.
am anfang war es ein haus, in dem sich räume beliebig ausdehen konnten, je nach benutzungswunsch. zu dieser
idee angeregt haben mich diese riesigen amerikanischen wohnmobile, die an der seite ausfahrbare raumteile haben
und für den fahrbetrieb wieder "verschwinden" können. auf das haus angewandt funktionierte das leider überhaupt
nicht.
ich begann in grösserem masstab zu denken und das gebäude für mehrere leute zugänglich zu machen. aus
dem haus wurde ein grosser glasbau, wo man die bewegung sehr vieler menschen beobachten konnte. die funktion ergab
sich von selbst, da mir ein lokal am sympatischten war und dort auch am ehesten menschenansammlungen in einem
gebäude stattfinden. noch immer war ich mir nicht sicher, wie diese bewegung der menschen innen am gebäude aussen
sichtbar sein sollte. die direkte bewegung eines einzigen menschen oder auch mehrer würde auf ein gebäude dieser
grösse wohl kaum auswirkung haben.
ich entschied mich dann dafür, dass die grösse der menschenmenge das kriterium für das jeweilige aussehen
des gebäudes verantwortlich sein sollte. man sollte von aussen erkennen, was drinnen los ist. je mehr menschen,
desto grösser das gebäude. keine menschen -> homogener glaskubus. als formales vorbild für die form diente das
kunsthaus in bregenz von peter zumthor.
um die ausdehnung des gebäudes wirklich sichtbar zu machen, entschied ich mich für einen materialwechsel. eine sehr
grosse holzbox fährt aus der glasfassade heraus, sobald eine bestimmte anzahl von menschen sich im gebäude befinden.
somit sieht man von aussen, wie viel drinnen los ist und das soll dazu animieren, auch das lokal zu betreten, wenn die
holzboxen ausgefahren sind.
als standort wählte ich den freien platz neben der tu-bibliothek, an dem damals noch die kunsthalle stand. mein gebäude war um
einiges kleiner als die kunsthalle, allerdings auch beweglicher. das lokal sollte je nach tageszeit an diesem doch prominenten
ort ständig anders aussehen. am tag ist es meist ein homogener glaskubus, am abend , auch vom wochentag abhängig, ein gebäude
mit verschiedenen holzboxen die verschieden weit aus der glasfassade auskragen und spielerisch aufmerksamkeit auf sich
zieht.
RUNNING APFELSTRUDEL
Irene Hahn

Das Projekt RUNNING APFELSTRUDEL befindet sich im 17. Wiener Gemeindebezirk auf dem Grundstück Ecke Geblergasse/Gschwandnergasse. Die Auswahl dieses Grundstücks erfolgte durch die Idee, den typischen Wientouristen aus dem ersten Bezirk hinein in ein ganz anderes Wien zu bringen. Der Tourist, der nach Wien kommt, lernt meist den ersten Bezirk mit all seinen Sehenswürdigkeiten kennen. Mehr und mehr wandert er durch die schöngezeichnete Welt, lässt sich berauschen von Sisi und Mozart, Melange, Fiaker und Luxus uns lebt in einem Wien, das für ihn zurechtgelegt wurde.
Was passiert, wenn man dem Touristen dieses Erlebnis in einem ganz anderen Teil der Stadt - in einem ganz anderen Wien - bieten würde?
Umgeben von abgewohnten und renovierungsbedürftigen Häusern wird so ein Restaurant namens RUNNING APFELSTRUDEL errichtet. Der Tourist wird nun aus dem ersten Bezirk gelockt und begibt sich in den 17. Bezirk und wird so mit der Umgebung und dem "echten" Wien konfrontiert.
Der Anreiz, in den 17. Bezirk zu fahren, besteht für den Touristen darin, dass er im RUNNING APFELSTRUDEL allerlei österreichische Spezialitäten - vom Surbratel bis zum Kaiserschmarren - am laufenden Bande serviert bekommt. So kann der Tourist mit nur einer Mahlzeit die berühmtesten kulinarischen Genüsse Österreichs kennenlernen.
Der Entwurf des Gebäudes richtet sich nach dem Verlauf der Förderbänder. Zur Formfindung der Bänder werden die Strahlen vom Bauplatz aus in Richtung des ersten und 17. Bezirks gelegt.
Um schließlich eine Räumlichkeit zu erzeugen, werden die Strahlen fächerförmig angeordnet - die höchsten Punkte bilden die Strahlen, die sich in der Mitte befinden.
Die Bänder werden über diese Strahlen gelegt, passen sich an deren Anordnung an und übernehmen so symbolisch die Verbindung zu den Bezirken.
Entlang der Förderbänder gliedern sich in unregelmäßigen Abständen elf Ebenen, die zwischen je einem Stahlträgerpaar eingehängt sind. Zu den Ebenen gelangt man über eine Treppe, die zwischen den beiden Bändern durchgeführt wird. Die höchste Ebene befindet sich auf einem Niveau von 8,50 m und die niedrigste fängt bei 2,50 m an. Auf den Ebenen befindet sich jeweils ein Tisch für vier bis sechs Personen. Sie können nun am vorbeilaufenden Förderband die Köstlichkeiten probieren.
Die Stahlträger liegen auf der Außenhaut und auf der Treppe auf. So hängen sie in unterschiedlichen Winkeln im Raum und rufen eine Spannung hervor. Die Träger durchstoßen förmlich die Außenwand und ragen über das Gebäude hinaus.
Die Treppe zoniert im Erdgeschoss den Raum in zwei Bereiche: den Eingangsbereich mit Küchenblock und den Ausstellungsraum für temporäre Kunstobjekte.
Im Untergeschoß befinden sich die sekundären Räume wie Lager, Kühlraum, Technik, Toiletten, Putzkammer, Mitarbeiterraum sowie eine Zufahrt für Lieferanten.
Die Dachform richtet sich an die Höhe der Förderbänder und so entwickeln sich die einzelnen Dachabschnitte stetig in die Höhe. Es besteht so wie die Außenwände aus Glas- und Betonflächen, die abwechselnd eingesetzt werden.
Das RUNNING APFELSTRUDEL steht in einem Kontrast zum Umraum des 17. Bezirks und lockt die Touristen durch die Idee und die Raumausführung in den sonst für sie abgelegenen Bezirk.
Wiener Melange in der Opernpassage
Johanna Klement

...das Wien der Touristen
Die Gäste, die nach Wien kommen, lernen, sofern sie sich an Reiseführer oder Touristenpläne halten, zahlreiche Sehenswürdigkeiten kennen, erleben das Flair einer alten Kaiserzeit und eine romantische Stadt. Man fährt mit dem Riesenrad oder dem Fiaker, kennt den Donauturm und den Turm des Staphansdoms von oben, man ist Wiener Schnitzel und Mozartkugeln und man schätzt den Luxus der Wiener Einkaufstraßen und der zahlreichen Cafehäuser.
Wien zeigt sich von seiner allerschönsten Seite. Die Stadt ist wie geschaffen für den Touristen.
...das restliche Wien
Der verbleibende Rest ist eine ganz normale Stadt mit seinen ganz besonderen Details. Den Touristen bleibt dieser Teil vorbehalten, für alle anderen aber nacht er die Stadt aus.
Jeder Tourist, der nun durch die Opernpassage vom Karlsplatz bis zur Oper geht kann nun auch die anderen Seiten Wiens kennen lernen und über die Grenzen seiner Vorstellungen von Wien hinaussehen. Die Illusion bricht zusammen, wenn die Stadt ebenso ihre weniger schönen, weniger perfekt funktionierenden Seiten herzeigt. Es gibt nun mehr Wien als die für den Touristen gebastelte Umgebung.
Mit meinen Bildern will ich diese beiden Seiten Wiens miteinander vergleichen. Meine Bilder stellen zwei Extreme dar, sie sollen ganz bewusst Kontraste bilden. Sie üben Kritik am Bau von künstlichen Welten und sollen den Betrachter zum Nachdenken anregen und vielleicht sogar Interesse wecken, einmal die gewohnten Grenzen zu überschreiten.
Mein Projekt besteht aus auf langen Tafeln aneinandergereihten Bildern. Die Tafeln ergeben insgesamt jeweils 22m lange Wände, von denen es schließlich zwei gibt. Die beiden Bilderwände stehen einander im Abstand von 3m gegenüber.
Die eine Wand zeigt die eine Seite der Stadt, die andere Wand zeigt die konträre. Der Passant befindet sich, wenn er zwischen den Wänden durchgeht genau in der Mitte zwischen diesen beiden Welten; allein durch ein Schwenken des Blickes kann er sich für eine entscheiden. Beide gegenüberstehenden Seiten sind völlig gleich aufgebaut, um sie so beide möglichst neutral zu halten und beide Extreme auf das gleiche Niveau zu stellen.
Die einzelnen Bilder sind alle gleich groß; sie haben eine Breite von 2,20m und eine Höhe von 1,40m. Manche von ihnen sind stark verzerrt um einen leicht satirischen Eindruck zu erzeugen und alle Bilder besitzen grelle Farben um ihre Wirkung zu steigern.
Motive
Die Bilder, die eine gewisse Tristesse besitzen oder abstoßend wirken sollen in einer Welt des Luxus und der Unterhaltung Aufmerksamkeit erregen. Sie sollen Denkanstösse geben und die Frage aufwerfen warum sich ein Touristin vielen Teilen der Stadt unwillkommen fühlen könnte und warum er von allen Seiten immerzu Anweisungen erhält, sich innnerhalb seiner Grenzen zu bewegen.
VISUAL DREAM COVER - Ein Traum wird Wirklichkeit...
Julia Dürler

Das Leben des modernen Menschen wird von Stress, Hektik, Leistung, Geschwindigkeit und Zerstörung geprägt. Urlaub und Ruhe in weiter Ferne, stürzt man sich in den Alltag um seine Pflichten zu erledigen.
Doch da entdeckt man es - das Visual Dream Cover.
Eine wilde Stahlkonstruktion wiederspiegelt eben diese Attribute des modernen Lebens. Die anfangs bizarr wirkende Erscheinung löst Neugierde und Bewunderung beim Betrachter aus.
Die Wahl des Standortes fiel bewusst auf einen stark frequentierten Platz in Zentrumnähe Wiens, am Platz vor der Karlskirche. Das dort verkehrende Publikum reicht vom Schüler über den eiligen Studenten bishin zum gestressten Manager.
Dennoch wirkt das Gebäude von alledem unberührt, da es sich im Wasser des Teiches befindet. Aus der Ferne lässt noch nichts auf das außergewöhnliche Innenleben schließen, aber allein der durch die Farbe und Form der Installation gewonnene Kontrast zu seiner Umgebung weckt das Interesse der Passanten, wirkt auf sie anziehend und ruft das Bedürfnis hervor, mehr darüber zu erfahren.
Tastet man sich heran, erkennt man die innenliegende Glaskonstruktion aus aneinandergereihten Trichtern. Das wirkliche Geheimnis und Einzigartige des Visual Dream Covers entfaltet sich aber erst in dessen Inneren! Der Eingang wirkt wie eine Grenze zwischen der grauen, lauten und hektischen Umgebung einer Großstadt und einem künstlich geschaffenen Ruhepol voll Harmonie und Entspannung. Hier ist bereits eine leise angenehme Musik zu vernehmen. Wie in einen Bann gezogen folgt man seinen Instinkten und findet sich sogleich im Kern einer noch unentdeckten Welt wieder.
Die auf den Besucher beruhigende Wirkung der Glashülle lässt jegliche Angst vor etwas Neuem und Unbekannten weichen. Man hat nicht das Gefühl eingesperrt zu sein. Sie verfolgt jedoch noch einen zweiten Grundgedanken. Die Installation soll trotz ihrer beabsichtigten Gegensätze zur Umwelt nicht fremd und unpassend wirken. Aus diesem Grund wurde eine Glashülle gewählt, die keine eindeutige Barriere darstellt, sondern beide Welten miteinander verschmelzen und deren Grenzen verschwimmen lässt. Der Weg durch das Visual Dream Cover ist für den Besuchers eindeutig durch dessen Konstruktion gegeben. Man bewegt sich entlang der trichterförmigen Gänge von einer "Traumlandschaft" zur Nächsten. An ausgewählten Stellen werden Bilder und Sequenzen von menschlichen Träumen und Traumzuständen, wie zum Beispiel wunderschöne Bilder der Natur, wogende Wellen etc. an die Wand projiziert und mit passenden Düften und Geräuschen unterlegt.
Es wird versucht den Besucher mit sinnlichen Reizen und künstlich geschaffener Harmonie den Rest der Welt vergessen zu lassen. Dem Menschen soll die Möglichkeit geboten werden, dem von Stress und Hektik geprägten Alltag für kurze Zeit entkommen zu können und mit neuer Lebenslust und stimulierenden Erinnerungen wieder zurückzukehren.
Durch die Videoprojektionen entsteht ein zusätzlicher Effekt. Die verminderte Durchlässigkeit des Sonnenschutzglases lässt die Projektion schemenhaft nach außen dringen und gewährt Passanten aus nächster Nähe einen verschleierten Einblick in das Innere.
Ein Traum wird Wirklichkeit....
....denn die Erinnerung ist das einzige Paradies aus dem wir nicht vertrieben werden können.
ZU-: (FREI-) - GÄNGE:
Marion Marsalek

Projekt: Umgestaltung der Kunsthalle inklusive Freiraum, 1999
Standort: Wien, Karlsplatz
Idee: Die Kunsthalle besser "sichtbar" machen
Als Schülerin habe ich mit dem Begriff "Kunsthalle" :"Interessant, aber schwer zu erreichen!" verbunden. Obwohl ich, wenn ich den U-Bahn-Aufgang zu TU benutzt hatte, an der Kunsthalle vorbeigegangen bin, war ich mir nie der Tatsache bewusst, dass sich diese gleich hinter den Massen an Sträuchern befindet. So überquerte ich, wollte ich mir eine Ausstellung ansehen, waghalsig die Wienzeile in einem ungeregelten Bereich der Straße, da dies die einzige mit bekannte Stelle war, die mich zu meinem Ziel bringen konnte.
Obwohl ich mich nicht mehr in dieser peinlichen Lage befinde, ist es mir doch ein Anliegen gewesen den Zugang zur Kunsthalle und diese selbst mehr hervorzuheben.
Von dieser Ausgangssituation entwickelten sich mit der zeit folgende Ideen :
1.) Zugänge:
-) Zugang zum Gebäude: Sträucher, die die Sicht behindern, werden entfernt, wodurch auch eine Stelle, die für die Ansammlung von Müll prädestiniert ist, verschwindet.
Es gibt kein Wegsystem, da jeder , auch im Übertragenen Sinn, seinen eigenen Weg zu Kunst finden soll und dürfen sollte.
Eine "Wegstruktur" bildet lediglich die Baumreihe entlang der Wiedner Hauptstraße, die damit den nächsten Zugang, den
-) Zugang zur TU und dem 4. Bezirk: Mit der auffallenden Farbe des "Kunsthallenplatzes" wird ein charakteristischer Anfang der Wiedner Hauptstraße und des 4. Bezirks geschaffen .Der Platz bekommt eine eigene Bedeutung und stellt nicht mehr eine Strecke dar, die man notgedrungener Maßen überwinden muss, um von der U-Bahn in den 4. Bezirk oder zur TU zu gelangen.
-) Zugänge zu Kunst: Rot, gelb, blau, jene Farben aus denen jede weitere gebildet werden kann. Nützt man diese Möglichkeit, kann Beeindruckendes entstehen, jedoch muss man dafür (wie der "Kunsthallenplatz") offen sein und sich seinen persönlichen Zugang verschaffen. Durch die Verwendung der Elementarfarben bei der Gestaltung des Platzes (blauer Platz, rote Halle, gelber Übergang zum Glaszylinder) wird Kunst vom geschlossenen Raum nach außen gebracht. Kunst ist nicht mehr auf ein Gebäude beschränkt, sondern erstreckt sich über den gesamten Platz.
Ein Zugang zur Kunst ohne die Kunsthalle selbst zu betreten, wird mit dem zweiten Gebäude, einem Glaszylinder und dessen Transparenz ermöglicht. Diese Transparenz ermöglicht es aber auch den Besuchern "Hinauszusehen" und vorbeifahrende Autos, Menschen, ...in ihre Aufnahme der Kunst mit einzubeziehen. Es entsteht eine Verbindung der Kunst mit der Außenwelt; Kunst wird ein Teil der Realität, Realität wird zu einem Teil der Kunst.
2.) Freigänge:
-)Freiheit: Bei der Gestaltung des Platzes, habe ich mir die Freiheit genommen Platz zu "verschwenden" und ihn nicht mit zahlreichen Einrichtungen zu "beglücken". Mein Hauptanspruch bei der Planung war Platz zu schaffen und einen Freien Blich zu ermöglichen, denn nur wer genug Platz und Freiheit hat, kann auch seinen Horizont erweitern.
-) Farben: Es ist entspannend statt der vielen Grautöne, die der 4.Bezirk anzubieten hat, endlich kräftige Farben sehen zu dürfen. Damit die Farben auch in die Nacht transportiert werden, befinden sich auf der Halle und dem Zylinder Leuchtstoffröhren. Die Oberfläche des Blauen Platzes ist mit flureszierenden Substanzen versehen, wodurch der Platz auch in der Nacht hell erleuchtet.
-) Nutzungsfreiheit: Da sich nur wenige Einrichtungen auf dem Platz befinden ( Fahrradständer, eine Bank. Quadratische Sitzwürfel rechts der Halle, Schanigarten), habt die Bevölkerung die Möglichkeit sich diesen ihren Bedürfnissen entsprechend anzueignen, wobei es interessant ist, ob die Bevölkerung überhaupt noch in der Lage ist, etwas mit einem nicht vordefinierten Raum anzufangen, oder ob sie an die ständig vorherrschenden Normen, Regeln und Zwänge so gewöhnt sind, dass sie durch Nutzungsfreiheit nur verwirrt und ohnmächtig zu Handeln werden.
Es ist abzuwägen, ob FREIGÄNGE nicht mindesten genauso wichtig wie ZUGÄNGE sind, denn nur durch Freigänge vom Alltag kann man sich Zugänge zu seinem "Ich" bahnen.
Das Haus des Schattenfängers...
Michael Marecsek

...war nur eines der Auswahlthemen dieser Übung. Es stellte sich zum Beispiel neben jenes des Klippenspringers, des Flurwächters, der Königin der Nacht, etc. Ziel war es, eine Behausung, vielmehr einen Raum für Ebenjene zu schaffen, wobei die Dimmensionen mit maximal 100m² vorgegeben waren und auch die Höhe ähnlich überschaubar sein sollte.
Für mich ist das "Haus des Schattenfängers" ein Arbeitsraum für jemanden, der Schatten einfangen möchte. Deshalb liegen folgende Überlegungen dem Resultat zugrunde:
Schatten werden dann interessant, wenn sie verzerrt werden, sie sind erst durch starke Kontraste, wie Hell- und Dunkel sichtbar. Außerdem sollten sie eine gewisse Dynamik beinhalten, was den räumlichen Effekt steigert, am besten wären richtige Schattenspiele ähnlich einem Schattentheater. Der Schattenfänger muß auch die Mölglichkeit besitzen, verschiedenste Schatten einzufangen und vielleicht auch selber welche zu erzeugen.
Zusammenfassend muß die Hülle folgende Eigenschaften besitzen: raumbildend sein, das Einfangen und Sichtbarmachen verschiedenster Licht- und Schattendarstellungen ermöglichen und zwecks Bewegung möglichst verschiedene Oberfllächenformen haben. Die Hülle muß demnach transluzent (lichtdurchlässig, aber nicht transparent) sein, als Material bietet sich eine Art von Membran an.
Die verzerrende Form konkretisierte sich aus einem Arbeitsmodell aus Gitter, welches dann 1:1 umgesetzt wurde. Die Tragkonstruktion für die membrane Hülle ist ähnlich der eines Bootes, besteht aus einzelnen Rippen und einem "Rumpf", zweckmäßig aus leichten Holzleimbindern, die den Vorteil der leichten Formbarkeit haben. Die untere Tragkonstruktion setzt sich aus Bodenplatte und teleskopartigen Füßen aus Stahlrohren zusammen, da der Schattenfänger auch in unwegsamen Gelände einen ebenen Boden unter den Füßen haben möchte.
Das Endergebnis stellt schließlich einen komfortablen und zweckmäßigen Arbeitsraum dar. Die druchscheinende Beschaffenheit der Haut ermöglicht die Betrachtung von Projektionen im Innenraum wie auch von der Außenseite. Beispielweise können es Schatten von Baumkronen, Häusern, Vögel etc. sein, wie auch Schattenspiele vom Innenraum (zentrale Beleuchtung vorausgesetzt) durch den Schattenfänger selbst, ganz wie in einem Schattentheater. Die verzerrende Oberfläche steigert den Effekt der Bewegung der Bilder zusätzlich.
Organisatorisch besteht der Raum aus zwei Ebenen mit einem Schlafbereich und Laberungsmöglichkeiten darunter, ein kleiner "Schreibplatz" und einem Eingangsbereich mit Kochzeile. Die fließende Anordnung erlaubt allerding wenig Unterscheidung der "Zonen".
Als schattenspendende Umbebungen bieten sich solche mit Dynamik und Licht an, dem Schattenfänger sind fast keine Grenzen gesetzt.
STADION
Ute Schremmer

Die Aufgabenstellung für dieses Projekt war die Planung eines Stadions bzw. einer Sportanlage welches einen bestimmten Standort vorgegeben hatte. Heutzutage werden aber Stadien nicht mehr nur für Wettkämpfe genutzt, vielmehr bilden sie eine neue Form autogerechter Zentralität. Es sind multifunktionale Gebäude, die möglichst schnell und bequem erreichbare und in sich abgeschlossene, funktionierende Systeme sein sollen. Aus diesem Grund habe ich beschlossen ein nicht unbedingt standortbezogenes System zu entwerfen.. Stadien bedeuten Entertainment, Shopping und vor allem Werbung und Vermarktung. Die Stichworte Sicherheit, Medien, Masse, Multifunktionalität oder Kommerz sind bei der Planung eines Stadions nicht mehr wegzudenken. Es existieren sehr viele Vorgaben und Normen, wie Sichtbeziehungen für die Tribünen, eine übersichtliche Erschließung die berücksichtigt werden müssen.
Größenordung:
Die Sportanlage, ein Fußballfeld, verknüpft mit einer Leichtathletikanlage und Fitnesszentrum ist für 20.000 Besucher und damit für eine Stadt in der Größenordnung einer österreichischen Landeshauptstadt konzipiert. Pläne der Stadt Linz, in der Nähe der Autobahn auf einer freien Fläche ein neues Stadion zu bauen habe ich aufgegriffen, ein funktionierendes, kompaktes, nicht unbedingt standortbezogenes System zu entwickeln.
Beschreibung:
Ein Stadion setzt sich aus folgenden wichtigen Räumlichkeiten zusammen: dem Fußballfeld mit der Leichtathletikanlage, den Zuschauerrängen, den entsprechenden Verkehrsflächen und den unterirdischen Räumlichkeiten welche Garderoben , Technik und Nebenräume umfassen. Wichtig sind die leichte Erreichbarkeit mit Bus bzw. Auto und das Vorhandensein der Parkplätze in der erforderlichen Größenordnung. Diese Parkplätze befinden sich rund um die Haupteingangsbereiche an allen vier Seiten des Stadions.
Das gesamte Gebäude besteht aus zwei Baukörpern.
Der ellipsoiden Form der Tribünen, die sich aus der Form der Leichtathletikbahn ergibt ist eine kreisförmige Plattform umschrieben. Diese Plattform dient als Vorplatz, Zugang - bzw. Eingangsbereich aber auch als Treffpunkt und Entertainment - zone, da mir eine großzügige Eingangssituation als besonders wichtig erschien. Nun vom Parkplatz kommend geben weitläufige Zugangsbereiche erste Richtungen vor und führen zu dieser Verteilerebene. Weiters gibt es zum Vorplatz orientierte, sich unter den Tribünen befindliche Funktionsgebäude, die Büros, Restaurants, Kioske und Fitness enthalten. Das Betreten dieser Plattform und damit das Zugehen auf das Stadion, verstärkt durch eine leichte Neigung versprechen ein gutes Raumerlebnis. Die aus Beton gefertigten Tribünen mit eingeschnittenen Erschließungstreppen erzeugen einen geschlossenen Raum, nur hohe Eingangsschlitze gewähren einen Ein- bzw. Ausblick. Die Tribünen sind bis zur Hälfte eingegraben, um einerseits die Höhe des Gebäudes zu verringern und es sensibel in das Umfeld einzubetten, andererseits um ein beeidruckendes Raumerlebnis beim Betreten des Gebäudes zu bekommen, da man sich da bereits auf halber Höhe des Gebäudes befindet und den gesamten Raum überblicken kann. Dies war mir besonders wichtig, da die Atmosphäre eines Fußballspiels bzw. eines Konzertes erst durch die Live Zuschauer entsteht und man die Stimmung sofort von oben wahrnehmen kann. Die elliptische Form ist auch aus diesem Grund entstanden, da meiner Meinung nach ein in sich geschlossener Raum für diese Großveranstaltungen eine eigene Dynamik bekommt.
Da nun ein Stadion eben auch ein Medienspektakel sein muß um zu funktionieren sind auch Kabinen für Reporter und Kameras von Bedeutung. Diese Kabinen sind von der Tragkonstruktion abgehängt und vom oberen Erschließungsgang aus zu erreichen.
Das Tragwerk, kranartige Konstruktionen aus Stahl, hält als eigenständige Struktur die Tribünen und die Dachkonstruktion, welche die Tribünen vollständig überdacht. Es erfolgt eine räumliche und konstruktive Trennung von Dachebene und Tragwerk, wobei für den Besucher durch die transparente Deckung beides sichtbar bleibt.
Konstruktion:
Die Tragkonstruktion besteht aus einer Primärkonstruktion, den Stützen die einen Achsabstand von 10m haben, und durch die elliptische Form im Verband stehen. Ausgehend von einem Baukran mit Kragarmen haben wir eine Konstruktion entwickelt, die kleine Dimensionierungen zulässt, um einen möglichst zarten Gesamteindruck zu erzielen. Die Nebenkonstruktion wirkt sehr schlank und durch ihre Aufgabelung gelingt es eine statisch günstige Durchlaufwirkung und formale Leichtigkeit zu erzielen. Von der Nebenkonstruktion wird die Dachebene mit Hilfe von Pfetten abgehängt. Diese Dachebene wirkt frei und zeigt ihre Unabhängigkeit von der Konstruktion. Sie besteht aus Drahtglasplatten, da sie trotz der Transparenz auch einen Sonnenschutz gewährleisten.
Technische Daten
Stütze: Achsabstand 10m, kastenähnliches Profil mit größtenteils konstanten Außenabmessungen 900 * 400mm, geschweißt, Fußpunkt verankert ( Gewindeanker)
Träger: 2 IPB 500 mit konstanten Außenabmessungen, mit der Stütze gelenkig verbunden.
Nebenkonstruktion: Pfetten in Längsrichtung Achsabstand 3,5 m, IPE 270, Aufgabelung ( T - Profile, h=100) Durchlaufwirkung, mit Stirnplatten an Trägern befestigt.
Dachebene: Von Pfetten abgehängt , IPE 100 2 Glasstossriegel, 6mm Drahtglas, Deckschiene. Längsaussteifungen der einzelnen Abschnitte durch Felder mit Verbänden, bestehend aus Trägern, Pfetten und sich kreuzenden Rundstäben.